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Mit ihrem KI-generierten Kurzfilm „Forget FoMO“ gelingt Amelie Kallup ein ebenso poetisches wie gesellschaftlich relevantes Werk, das die Jury in besonderer Weise überzeugt hat. Die junge Künstlerin greift mit großer Sensibilität ein Phänomen auf, das unsere digital geprägte Gegenwart durchzieht: die „Fear of Missing Out“ – die Angst, etwas zu verpassen. In einer Zeit, in der soziale Medien unser Selbstbild und unsere Wahrnehmung von Realität zunehmend beeinflussen, setzt Kallup ein bewusst entschleunigendes, fast kontemplatives Gegengewicht.
Besonders hervorzuheben ist Amelie Kallups reflektierter Einsatz von Künstlicher Intelligenz: Sie ist nicht bloßes Stilmittel oder technisches Experiment, sondern ein essenzielles Werkzeug, das der Künstlerin überhaupt erst ermöglicht hat, ihre Vision zu realisieren. Ohne KI, so Kallup selbst, wäre das Werk in einem konzeptuellen Stadium verblieben. Gerade diese Haltung – KI als Mittel zur inhaltlichen Vertiefung und nicht als Selbstzweck entspricht in idealer Weise dem Anspruch des Kunstpreises.
Die Jury würdigt zudem die dramaturgische Klarheit und die überzeugende Bildkomposition des Films. In atmosphärisch dichten Sequenzen evoziert „Forget FoMO“ Erinnerungen an Kindheit, an das Staunen über die kleinen Dinge – und stellt ihnen die rastlose Gegenwart gegenüber. Der Film entfaltet somit eine stille, aber eindringliche Kraft.
„Forget FOMO“ ist ein Werk, das nicht nur formal und technisch beeindruckt, sondern auch eine klare Aussage und künstlerische Haltung erkennen lässt. Amelie Kallup hat durch die Aneignung neuer Technologien ihren künstlerischen Radius erweitert – und es wird spannend sein, wie sie den Einsatz von KI für den Ausdruck ihrer Positionen in der Zukunft für sich weiterentwickeln wird.
2. Preis
DORIAN SPIEGELHAUER Captain BlipBlop - an audio visual Encounter
Medium: Kurzfilm
Jury Statement
In einer Zeit, die von Unsicherheit, Krisen und gesellschaftlicher Anspannung geprägt ist, setzt Dorian Spiegelhauer mit seinem Kurzfilm „Captain BlipBlop – an audio visual encounter“ ein bewusst heiteres, verspieltes und zugleich technisch ambitioniertes Zeichen.
Die Jury würdigt dieses Werk als sympathischen „Comic Relief“, der nicht nur unterhält, sondern auch durch seine handwerkliche Qualität und kreative Energie überzeugt. Spiegelhauer gelingt es, mit einem liebevoll gestalteten Set, das in monatelanger Eigenarbeit in der heimischen Garage entstand, eine filmische Welt zu erschaffen, die an analoge Science-Fiction-Traditionen erinnert. Die Kombination aus Stop-Motion, Live-Action und einem eigens komponierten Retro-Soundtrack verleiht dem Film eine ganz eigene Ästhetik.
„Captain BlipBlop“ ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie trotz minimaler personeller und finanzieller Ressourcen eine feine, kleine atmosphärische Erzählung entstehen kann – durch die Kraft der Vorstellung, das kreative Spiel mit den Genres und den Einsatz von Humor als künstlerischem Ausdrucksmittel.
3. Preis
JAnnike Bode: ANNA
Medium: Video / Animation
Jury Statement
Mit ihrem animierten Kurzfilm „Anna“ hat Jannike Bode ein eindrucksvolles und tief bewegendes Werk geschaffen, das sich einem historischen Thema widmet, dessen Nachwirkungen bis in die Gegenwart reichen: dem systematischen Zwangsdoping in der DDR. Sie wirft damit ein Schlaglicht auf ein weitgehend in Vergessenheit geratenes Kapitel deutscher Geschichte, das durch Bodes künstlerische Auseinandersetzung neue Sichtbarkeit erhält. Besonders bemerkenswert ist die ungewöhnliche Perspektive, die die junge Künstlerin wählt: Die Geschichte wird aus der Sicht des Dopingmittels „Oral-Turinabol“ erzählt, das im Film eine verstörend menschliche Gestalt annimmt. Diese narrative Entscheidung verleiht „Anna“ eine Intensität, die das Spannungsfeld zwischen Vertrauen und Manipulation, zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung eindrucksvoll erfahrbar macht. Formal überzeugt „Anna“ durch den souveränen Einsatz von Motion Graphics, die in ihrer Reduktion und Symbolik eine dichte visuelle Sprache entfalten. Das Sounddesign transportiert den*die Betrachter*in sofort in eine Alltagsumgebung, deren scheinbare Harmlosigkeit im Kontrast steht zu dem im Film dargestellten Konflikt zwischen Ängsten, Machtlosigkeit und hohen Erwartungen, und diesen so noch verstärkt. Beeindruckt hat die Jury auch, mit welcher Ernsthaftigkeit und gestalterischen Reife sich Jannike Bode als junge Künstlerin diesem komplexen und sensiblen Thema nähert. „Anna“ ist ein Werk, das aufrüttelt und zum Nachdenken anregt – souverän umgesetzt mit digitalen Mitteln, gestalterisch stringent und dramaturgisch auf den Punkt.
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